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  2. Beratungsstelle für Frauen

Neue Beratungsstelle für Frauen in herausfordernden Lebenslagen

15. Juli 2026 Alle Meldungen

Frauen aus dem Rhein-Lahn-Kreis, die Rat und Hilfe suchen, fanden Beratungsstellen bislang nur in Koblenz oder dem Westerwald. Seit dem 1. Juli hat die Regionale Diakonie nun erstmals eine Beratungsstelle für Frauen in herausfordernden Lebenslagen im Rhein-Lahn-Kreis eingerichtet, die dank der Diakoniegemeinschaft Paulinenstift für drei Jahre gesichert ist.

Karl Peter Bruch und Kristian Brinkmann von der Paulinenstiftung überreichten eine
Förderung in Hohe von 256.000 Euro für die neue Frauenberatung der regionalen
Diakonie Rhein-Lahn. Susanne Aping und die beiden Beraterinnen Melanie Müller
und Gisela Ledwig-Gabriel freuten sich, dass damit dringend benötigte Hilfe für
Frauen in herausfordernden Lebenslagen angeboten werden kann (von links). Foto:
Regionale Diakonie/Bongard

„Wir reagieren damit auf einen klaren Bedarf in der Region und setzen ein wichtiges Zeichen für niedrigschwellige und verlässliche Hilfe vor Ort“, sagte die stellvertretende Leiterin der Regionalen Diakonie Westerwald-Rhein-Lahn, Susanne Aping, als sie in Diez die neue Frauenberatung vorstellte. „Das Angebot richtet sich an Frauen in schwierigen Lebenssituationen, aber auch konkret an jene, die Gewalt in engen sozialen Beziehungen erfahren haben“, so Aping. Mit dem Angebot werde ein Rahmen geschaffen, in dem Frauen Unterstützung, Beratung und Orientierung finden können, unabhängig von ihrer individuellen Lebenssituation. „Im Mittelpunkt stehen dabei ein respektvoller Umgang, der Aufbau einer Vertrauensbasis, um gemeinsam neue Lebensperspektiven zu entwickeln.“ 

Damit das gelingt, wurden mit Melanie Müller und Gisela Ledwig-Gabriel zwei erfahrene Beraterinnen der regionalen Diakonie gefunden, die diese Aufgabe verlässlich und vertrauensvoll übernehmen. Ermöglicht wird das neue Angebot durch die großzügige Förderung der Paulinenstiftung, die mit 256.000 Euro die Beratung für drei Jahre sicherstellt. „Das ist ein sehr gutes Projekt, in dem Kontinuität ganz wichtig ist“, begründete Stiftungsvorstand Kristian Brinkmann das finanzielle Engagement für gleich drei Jahre. Es fehle im Kreis zwar an einem Frauenhaus, das Zuflucht bietet; dafür sei die Stelle kein Ersatz. Aber mit ihr werde eine Lücke in der dringend benötigten Beratung innerhalb des Kreises geschlossen. „Manche Leute glauben ja, so etwas gibt es hier bei uns ja nicht. Aber das stimmt nicht“, ergänzte Staatsminister a.D., Karl Peter Bruch, für den Aufsichtsrat. Die Entwicklung zeige das Gegenteil. So gab es im Jahr 2024 allein 408 registrierte Fälle häuslicher Gewalt im Rhein-Lahn-Kreis, 100 mehr als noch 2019. 

Der Aufbau strukturierter Hilfe sei deshalb gerade in einem Flächenkreis wichtig, betonten die beiden Stiftungsvertreter. Dafür sei die dezentrale Beratungsstruktur der Diakonie mit ihren Standorten in Bad Ems, Diez und Nastätten ein Vorteil, erklärte deren Leiter Burkhard Struth: „Frauen fahren mit ihren Problemen nicht von Hahnstätten nach Bad Ems“. Eine ortsnahe Beratung mit stabilen Ansprechpersonen seien Grundlage, dass das neue Angebot angenommen wird. Die neue Frauenberatung im Rhein-Lahn-Kreis der Regionalen Diakonie Westerwald-Rhein-Lahn bietet präventive Angebote, Beratung bei akuten und chronischen Krisen sowie Informationen zu weiterführenden Hilfen. Erreichbar ist sie unter Telefon 02603/962343 oder E-Mail frauenberatung.ww-rla@regionale-diakonie.de.

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